Susana Riedel- Albrecht
Susana Riedel-Albrecht, Jahrgang 1959, zwei Kinder, gemeinsame Versorgung einer Pfarrstelle mit Ehemann Günther Albrecht in Niederschelden-Dreisbach bei Siegen.
Dasein, zuhören, aneinander wachsen und miteinander um das Tragfähige im Glauben ringen, dies gehört für mich zu den elementaren, spannenden und nicht immer einfachen Aufgaben meines Berufs. Das ist nur möglich, wenn ich auch für mich selbst einen Raum habe, in dem ich mich aufgehoben fühle, zur Ruhe komme; da muss ich für mich selber Sorge tragen. Ich habe dabei erfahren: Strukturen schaffen, hilft gegen das Ertrinken in der Flut der unterschiedlichen Anforderungen und Bedürftigkeiten.
Die kirchliche Landschaft hat sich in den letzten Jahren dramatisch verändert. Meist nicht aus innerem Antrieb, sondern der (finanziellen) Not gehorchend. Dabei ist viel kaputt gegangen: Vertrauen, Sicherheit und gewachsene Strukturen.
Meine Hoffnung ist, dass nicht eine Kosten-Nutzen-Rechnung das letzte Wort behält, sondern das "Ja" Gottes zum Menschen. Auch in der Kirche. Stichwort: Strukturen schaffen. Für mich, neben der Ermutigung zum Glauben, das worum es heute in der Kirche zu gehen hat. Eine organisierte Interessenvertretung aller Theologinnen und Theologen, die es sich zur Aufgabe gesetzt hat, das berufliche und persönliche Selbstverständnis zu stärken, erfüllt dabei eine wichtige und unaufgebbare Hebammenfunktion.
