Maßnahmengesetz II und die Pfarrschaft

Wir alle wissen um die einschneidenden Veränderungen im Blick auf die dienstrechtliche und versorgungsrechtliche Situation durch die Beschlüsse der Landessynode 2006. Im Gespräch mit OKR Martin Kleingünther werden wir die Auswirkungen noch ausführlich erörtern.

Im Vorfeld der landessynodalen Entscheidungen hat der PV eine Umfrage durchgeführt. Die Ergebnisse derselben haben erkennen lassen, dass eine große Solidarität mit allen kirchlichen Mitarbeitenden vorhanden ist und nicht – wie früher oft gescholten – "die Pfarrschaft" allein auf Besitzstandwahrung aus ist. Es ist m. E. an der Zeit, dass diese Bereitschaft zum Miteinander die entsprechende Anerkennung und Würdigung erfährt – nicht dahingehend, dass immer mehr unserem Berufsstand zugemutet und aufgebürdet wird, sondern dahingehend, dass eindeutige Verabredungen getroffen und auch eingehalten werden. Verlässlichkeit ist auch hier mehr als ein Zauberwort.

 

Pfarrvertretung

Die Wahrnehmung von Pfarrvertretung und –beratung ist und bleibt eine Kernaufgabe des PV. Die gegenwärtigen Umstände in unserer Landeskirche fordern verstärkt das Engagement der Vorstandsmitglieder nicht zuletzt in Einzelberatungen und Begleitung. Dabei gilt es einzelne Konfliktfelder zu bearbeiten und die gegenseitigen Interessenlagen zwischen Anstellungsträgern und Betroffenen zu verifizieren. Insbesondere die Zunahme der Beschäftigungsaufträge erfüllt mich mit Sorge. Ist dieser Status doch immer noch mit einem Negativ-Image versehen weil den einzelnen Gemeindemitgliedern nicht klar ist, dass es sich hierbei häufig um die direkte Auswirkung struktureller Veränderungen (Pfarrstellenaufhebung im Zuge von Fusionierungen u. a.) handelt.Hier tut Aufklärung Not.

 

Dienstwohnungsvergütungen

Wie im vergangenen Jahr bereits angekündigt, haben die Verhandlungen mit der Oberfinanzdirektion Münster und Landeskirche zu einem positiven Ergebnis geführt. Vom 01.01.2007 - 31.12.2009 ist der Rahmen der lohnsteuerlichen Bewertung der Dienstwohnungen neu gesteckt. Als Ergebnis der neuen Vereinbarung lässt sich festhalten, dass diese in der überwiegenden Zahl der Fälle eine finanzielle Entlastung der betreffenden Dienst- und Mietwohnungsinhaber mit sich bringt. Die konstruktiven Gespräche zwischen PV und landeskirchlichem Dezernat unter Beteiligung der Kanzlei GLDP in Mannheim haben uns weitergebracht.

In diesem Zusammenhang sei nochmals darauf hingewiese (s. PV-aktuell 1/2007), dass die Möglichkeit zur Mitgliedschaft im DPI – Deutsches Pfarrwohnungsinstitut - Verein für Mietwertmanagement besteht. Bei Fragen und Problemen innerhalb unserer Landeskirche empfehlen wir zunächst den Kontakt mit dem zuständigen Dezernat aufzunehmen.

 

Beschäftigungsfonds

Die Landessynode hat beschlossen, den Förderfonds der EKvW zum 31.12.2007 zu schließen. Mit dieser Entscheidung läuft die besondere Förderung für nicht-übernommene Theologinnen und Theologen in Kürze aus. Umso notwendiger ist es, dass der PV hier Hilfestellung leisten kann – im ersten Quartal 2007 haben 4 Personen Unterstützung erhalten. Aus diesem Grund hat der Vorstand entschieden, den aufgelegten Beschäftigungsfonds fortzusetzen und bittet weiter um Unterstützung. Dank sagen möchte ich allen Spenderinnen und Spendern im Namen des Vorstandes und der unterstützten Personen für dieses Zeichen der Solidarität!

 

Konvent der Theologiestudierenden

Nachdem seit längerem der Konvent der Entsendungsdienstler im Vorstand mit Sitz und Stimme vertreten ist, hat der Vorstand – auf Anregung der Theologiestudierenden – auch hier Kontakt aufgenommen und ein erstes Informationsgespräch geführt. Dieses soll fortgesetzt werden.


Ferienwohnung Wustrow

Die Auslastung der Ferienwohnung im Wustrow ist nach wie vor gut. Die Belegung 2008 läuft an. Interessenten melden sich bitte wie gewohnt bei Frau Susanne Boeckhoff, Tel. 05201/10298. In der Zwischenzeit haben Mitglieder des Vorstandes die Neuanschaffung einzelner Inventarteile getätigt.

 

Mitgliederbestand

Hinlänglich bekannt ist, dass die Zahl der Theologinnen und Theologen, die in den Dienst unserer Landeskirche aufgenommen werden, weiterhin gering ist. Umso erfreulicher, dass nicht zuletzt durch das Vorstellen unserer Arbeit auf der jährlichen Ordinandentagung durch das Vorstandsmitglied Michael Hayungs und den Internet-Auftritt des PV die Mitgliederzahl immer noch leicht steigende Tendenz hat (Mai 2007 – 1307 Mitglieder). Der Vorstand sieht darin auch einen Vertrauensbeweis für seine Arbeit und die Erkenntnis der Pfarrerinnen und Pfarrer, dass unser Gewicht bei der Wahrnehmung und Vertretung gemeinsamer Interessen durch eine große Mitgliederzahl gestärkt wird. Deshalb wollen wir auch in Zukunft durch verantwortliche Arbeit in unserer Kirche einladend wirken.

Habe ich eingangs einige Überlegungen aufgegriffen, die in unserer Kirche gegenwärtig diskutiert werden, so lassen Sie mich schließen mit einer Einsicht Fulbert Steffenskys (in: Junge Kirche 1/2007): "Kirche soll Gott loben: Die erste Aufgabe der Kirche sind die Gottesdienste, ist das Gebet, ist die spirituelle Befähigung ihrer Mitglieder und Amtsträger zum Gebet und zum Lob Gottes. Das Gebet, die Gottesdienste, das Lob Gottes sind um ihrer selbst willen da. Sie verfolgen keine Absichten. Ihre köstliche Zwecklosigkeit ist vielleicht das Schönste an ihnen. Aber sie sind als primäre Aufgabe der Kirche gerade wegen ihrer Zwecklosigkeit auch schwer zu verteidigen.

Alles, was Zweck hat, legitimiert sich selbst; was keine Zwecke hat, hat es schwer." Denken wir einmal darüber nach, ob wir nicht gerade in der "Zwecklosigkeit" eine Chance neu entdecken im Hinblick auf den "Pfarrberuf mit Zukunft" in einer "Kirche der Freiheit", die sich selbst zuerst einmal als "Kirche Jesu Christi" versteht und darin erkennen lässt, dass seine Wahrheit es ist, die uns letztlich frei macht. Ich danke allen Mitgliedern des Pfarrvereins für ihre Gesprächsbereitschaft, ihre Anfragen, Anregungen und kritische Begleitung, die mich und uns im Vorstand erreichten. Den Vorstandsmitgliedern sage ich Dank für ihr Engagement und die offene, vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Ulrich Conrad

 

 

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